Bericht vom LMV-Vorbereitungsseminar: Politik im ländlichen Raum

23.08.2010: Mickrige zwei Busverbindungen am Tag, als einzige Freizeitbeschäftigung den Schützenverein und drumherum nur plattes Land soweit das Auge reicht – für tausende von Jugendlichen in Niedersachsen ist das Alltag.

Politik im ländlichen Raum

Mit der Frage wie mensch trotz manchmal widriger Umstände im ländlichen Raum politisch, bunt und stachelig sein und dabei eine Menge Spaß haben kann, beschäftigten sich etwa zwei Dutzend Seminarteilnehmer_innen auf dem Landesmitgliederversammlungs(LMV)-Vorbereitungsseminar in Hannover.

Von verschiedenen Perspektiven aus wurde die besondere Situation auf dem Land nicht nur in der politischen Arbeit beleuchtet, diskutiert und nach Lösungs- bzw. Verbesserungsvorschlägen gesucht. So referierte Karl Bär aus dem Bundesvorstand der GRÜNEN JUGEND zur politischen Struktur in ländlichen Gebieten und lieferte Ansätze, wie die politische Arbeit auf dem Dorf aussehen könnte. Die schlechten Nahverkehrsanbindungen, konservative Traditionen und festgefahrene Machtstrukturen aber auch das Problem der „Landflucht“, die oftmals nach Beendigung der Schule einsetzt, erschweren die Arbeit von GRÜNE JUGEND-Ortsgruppen auf dem Land – und behindern junge Menschen bei der Selbstverwirklichung. Wenn die Frage nach veganem Essen nur misstrauisches Unverständnis hervorruft, die nächste Diskothek 45 Autominuten entfernt ist und auch das letzte Jugendzentrum wegen der störenden Lärmbelästigung geschlossen wurde bleibt für viele nur das hoffnungsvolle Warten auf den Tag, an dem endlich der Umzug in die hippe Metropole der Wahl ansteht.

Dabei waren sich die Teilnehmer_innen einig, dass viele der diskutierten Problemstellungen trotz der notorisch klammen Kassen der Kommunen recht einfach angegangen werden könnten, wenn es nicht am politischen Willen mangeln würde. Kommunalpolitik ist und bleibt aber leider vielerorts (noch) eins: nicht auf jugendliche Bedürfnisse zugeschnitten.

Nach einem Wochenende voller Input, Diskussion, Kreativität und natürlich einer Menge Spaß ist jedenfalls das Bewusstsein für den ländlichen Raum und seine Probleme und Chancen geweckt und wir alle können uns auf hoffentlich viele, kreative und kontroverse Anträge auf der LMV Ende September freuen.

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