GJN-KandidatInnencheck - 2. Teil

21.01.2007: Die GJN stellte den BewerberInnen für den Grünen Landesvorstand 8 Fragen. Hier sind die Antworten der Fragen 5-8 zu Studiengebühren, dem Lieblingsessen und der Partei an sich.

Hier könnt ihr die Antworten zu den Fragen 1-4 lesen

Lecker Nudeln. Was ist das Lieblingsessen der BewerberInnen?

5.) Was lief im bisherigen Landesvorstand gut? Was kann verbessert werden?

Filiz Polat (Kandidatin für den Landesvorsitz): Gut: die Teamarbeit, die Wahlkämpfe, Kontakt zu Kreis- und Ortsverbänden, Mitgliederentwicklung...
verbessert werden kann: die Öffentlichkeitsarbeit (Beispiel Internetauftritt), Diskussion von Themen, die sich nicht nur auf Landespolitik beschränken und dies mit Beteiligung der Basis, Politische Personalentwicklung etc.
Dorothea Steiner (Kandidatin für den Landesvorsitz): Dazu kann ich naturgemäß wenig sagen, weil ich nicht drin war. Als Mitglied im Parteirat kann ich sagen, dass ein Landesvorstand mehr offene und kontroverse Debatten organisieren muß, das macht eine Partei lebendig. Diese Debatten müssen auch Konsequenzen haben für die politischen Positionen der Grünen Partei.
Raimund Nowak (Kandidatin für den Landesvorsitz): Positiv: Arbeitsklima, Kommunalwahlkampagne, Diversity-Initiative und die Umsetzung einiger organisatorischer Neuerungen. Unzufrieden bin ich mit unserer Internetpräsenz und der Geschwindigkeit bei der Umsetzung von Kampagnen.
Elke Twesten (Kandidatin als stellvertrende Landesvorsitze): Sehr gut gefällt mir die Reihe "Stadt-Land-Grün", die ich auch gerne mitgestalten möchte: Hier würde ich gerne noch eine intensivere Art der Ansprache für die einzelnen Mitglieder und der Kreisverbände. Dann würde ich die einzelnen Kreisverbände sehr gerne vor Ort besser kennenlernen - Einerseits, um deren Standtpunkte aufzugreifen, andererseits um die entscheidenen politischen Inhalte vom LaVo über den Parteirat auf die Kreisebene runterzubrechen. Und wie schon gesagt: Frauenpolitik muss wieder nach oben auf die Agenda
Anja Piel (Kandidatin als stellvertretende Landesvorsitze): Gut finde ich die Angebote des Landesvorstands für Kommunalpolitik, Stadt-Land-Grün ist ein breit angenommenes Ideenforum geworden. Auch die Betreuung und die Unterstützung der Orts- und Kreisverbände während der Wahlkämpfe haben in den vergangenen Jahren gut geklappt. Allerdings wünsche ich mir außerhalb der Wahlkämpfe noch mehr grüne Projekte und themenorientierte Veranstaltungen vom grünen Landesverband wie auch der GJN, mit denen wir wahrgenommen werden, dafür müssen in unserem Haushalt die nötigen Mittel frei geschaufelt werden.
Dietmar Kuhn (Kandidat als Schatzmeister): Im verkleinerten Landesvorstand ist die Arbeit intensiver geworden. Wir haben uns sehr viel mit Wahlen, Internem und Organisatorischem beschäftigen müssen. Die Arbeit des gesamten Teams war aber auch inhaltlich gut. Die beiden anderen, die neben mir aus dem bisherigen Vorstand wieder antreten, haben exzellent gearbeitet. Es wird noch besser werden, wenn ich meine ehrenamtlichen Zeitkontingente mehr auf den Landesvorstand konzentrieren werde.

Grüne BewerberInnen gegen Studiengebühren

6.) Studiengebühren finde ich ...

Filiz Polat: ...falsch. Wir brauchen ein gebührenfreies Erststudium. Wir brauchen darüber hinaus die Einführung eines Studienkontenmodell, um damit einen Teil der Hochschulfinanzierung zu steuern. Wichtig ist aber einfach, dass Niedersachsen erkennt, dass die Hochschulausbildung gefördert werden muss und nicht erschwert wird.
Dorothea Steiner: ... Studiengebühren bedeuten, dass Menschen, die studieren wollen, vom Studium abgehalten werden weil sie und ihre Eltern das Studium nicht finanzieren können. Hier klafft die soziale Schere weit auseinander. Deshalb muss das Erststudium gebührenfrei sein. Ich fände es gut, wenn die Gebührenboykottbewegung, die es an einigen Universitäten gibt, alle Unis erfassen würde.
Raimund Nowak: ... die falsche Lösung für das Problem der Unterfinanzierung der Hochschulen.
Elke Twesten: ...falsch, weil wir es uns volkswirtschaftlich nicht leisten sollten, auf viele bestmöglichst ausgebildete Menschen zu verzichten. Es muss für jeden Abituierenten selbstverständlich werden, dass er ohne persönliche wirtschaftliche Zwänge ein Studium aufnehmen kann.
Anja Piel: …genau die falsche Weichenstellung auf dem Weg hin zu einer modernen Wissensgesellschaft. Mit der Entscheidung für Studiengebühren ist die schwarzgelbe Landesregierung bedauerlicherweise dem Kurs gefolgt, den sie bereits mit dem stark selektierenden Schulsystem eingeschlagen hat, dieser Kurs muss dringend korrigiert werden. Mein Zukunftswunsch ist, dass es unabhängig von der sozialen Herkunft für alle die gleichen Chancen auf ein Studium gibt, und dabei ist die Wiederabschaffung der niedersächsischen Studiengebühren nur der kleinste Schritt.
Dietmar Kuhn: ... nicht zielführend. Alle reden von mehr Bildung. Die Studiengebühren bringen nicht mehr Bildung. Bessere Mitbestimmungsrechte für die Studierenden bringen eine bessere Lehre. Wenn hier in Niedersachsen die Studiengebühren mit massiven Einsparungen und Kürzungen im Hochschulbereich einhergehen, dann ist das zudem der Gipfel des Zynismus.

7.) Am liebsten esse ich...

Filiz Polat: ...Börek - (Strudelteig am liebsten gefüllt mit Schafskäse)
Dorothea Steiner: Spaghetti arrabiata (scharf) und einen Supernachtisch wie Eis mit Schokoladenbirnen.
Raimund Nowak: was die Menschen im Mittelmeerraum essen. Allerdings morgens Müsli statt Hörnchen. Elke Twesten: ...alles frisch geschnippelt und italienisch: Antipasti - Salate - Pasta... und die leckeren süssen Desserts.
Anja Piel: ...in netter Gesellschaft Tappas, weil ich finde, dass Essen und Reden zusammengehören.
Dietmar Kuhn: ... eine warme Mahlzeit täglich. Im speziellen ist mein derzeitiges Lieblingsgericht in der ungemütlichen Winterzeit (natürlich alles BIO und artgerecht): Karottengemüse (z.Z. sehr günstig im Biomarkt) mit Zwiebeln in Sahnesauce mit Mehlschwitze auf Pellkartoffeln. Dazu selbstgemachte Frikadellen (verfeinert mit Oregano, Knoblauch und Dijonsenf).

Was halten die BewerberInnen von ihrer Partei?

8.) Bündnis 90/ Die Grünen sind für mich ...

Filiz Polat: ...die Partei, in der ich seit über 10 Jahren Politik mache. Die Grünen haben mit ihrer Programmatik wichtige Themen auf die Tagesordnung gebracht trotz kräftigem Gegenwind.
Dorothea Steiner: ...sind für mich eine Partei mit Zukunft, die Partei mit der höchsten Umweltkompetenz und - immer noch – die etwas andere Partei. Nicht nur die GJN soll stachlig sein, sondern auch die ganze Grüne Partei in ihrer politischen Arbeit.
Raimund Nowak: ...eine Partei die in den nächsten Jahren deutlich wachsen wird.
Elke Twesten: ... ein großer Teil meines Lebens - Angefangen beim täglichen verantwortungsbewussten Umgang mit Energie und Ernährung, über den Lebensraum Schule meiner drei Töchter bis hin zur täglichen kommunalpolitischen Arbeit mit dem direkten Draht zu den Menschen vor Ort und der Gremienarbeit aufgrund meiner Mandate in Gemeinderat und Kreistag.
Anja Piel: ...meine politische Heimat, aber eine, die sich immer wieder den neuen Erfordernissen anpassen muss, ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen.
Dietmar Kuhn: ... aufgrund ihrer Programmatik, ihrer vielen guten Köpfe und überhaupt unverzichtbar! Und ohne sie gäb’s ja auch keine Grüne Jugend!

Vielen Dank für die aufschlussreichen Antworten.

Siehe auch:

Unsere Pressemitteilung zum GJN-KandidatInnencheck

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