Asse 2 - Eine Katastrophe bahnt sich an!
04.02.2007: Asse II - das ist das "größte Reagenzglas Deutschlands" (taz) oder auch einfach nur das Atomklo. In den sechziger Jahren wurde der Schacht Asse II vom Bund aufgekauft - zur "Forschung zur sicheren Endlagerung radioaktiver Abfälle". Innerhalb von 11 Jahren wurden über 126.000 Fässer schwach- und mittelradioaktiver Müll eingelagert. Jetzt läuft es mit Wasser voll. Eine Katastrophe bahnt sich an!
Von Clemens Schwanhold (GJ Wolfenbüttel).
Fahrzeug in der Asse in 490m Tiefe
Die Fässer wurden zum Teil gestapelt; der größere Teil wurde aber einfach nur in ein Loch gekippt. Seit inzwischen 19 Jahren läuft der Schacht langsam mit Wasser voll. Anfangs waren es "nur" 2 Kubikmeter am Tag, aktuell sind es 12 Kubikmeter. Und irgendwann wird es auch wieder herauskommen! Die Betreiberin GSF (Gesellschaft für Strahlenforschung) will es nun nach Bergrecht schließen, da es ein "Forschungsbergwerk" ist. Bergrecht heißt, dass der Schacht einfach verschlossen wird, ohne den radioaktiven Müll in Zukunft zu beobachten. Dieses Vorgehen führt unweigerlich zur Katastrophe! Außerdem will die GSF den Müll zusätzlich "absichern" - den Schacht mit einer Salzlösung auffüllen. Durch diese Flüssigkeit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit jedoch drastisch, dass die Radioaktivität auch in das Grundwasser kommt. Dies muss verhindert werden! Das Minimalziel muss eine Schließung nach Atomrecht sein! Auch nach der Schließung der Anlage muss der Schacht über sehr viele Jahre beobachtet werden, es müssen Messungen in und um den Schacht gemacht werden etc. Sollte eine Gefahr entstehen, muss immer noch schnell genug reagiert und der Schaden so gering wie möglich gehalten werden. Eine weitere Möglichkeit ist, den Müll rückzuholen. Dies ist möglich! Und die Möglichkeit muss weiterhin bestehen bleiben! "So", könnte man jetzt sagen, "und wo ist der Unterschied zu Morsleben (ein weiteres Endlager im Kreis Helmstedt)?" Ganz einfach: In Asse II ist 15,5 mal so viel Radioaktivität wie in Morsleben, darunter 12,5 kg Plutonium!
Förderturm des Salzbergwerkes Asse
Das Problem ist erkannt, was nun? Der Fehler liegt in Berlin, da die GSF im Auftrag der Bundesregierung handelt. Forschungsministerin Schavan muss sich dem Problem stellen und Verantwortung übernehmen! Außerdem muss Umweltminister Gabriel Asse II in sein Ressort einfordern, da es ein atomares Problem ist! Konsequenzen werden sonst radioaktiv verstrahltes Grundwasser sein - eventuell bis hin nach Lüneburg!
Außerdem: Asse II ist faktisch das weltweit erste Atommüllendlager. Das schon hier eine solche Katastrophe entsteht, sollte uns ein Mahnmal gegen Atomenergie sein!
Also: Es muss was passieren! Dafür muss das Atomverfahren genutzt werden - nur dann wird festgestellt, ob es sicherer ist den Müll rauszuholen oder einfach sicher zu lagern.
Was passiert schon? Aus mehreren kleinen Anti-Atom-Gruppen (vor allem von Asse II und Schacht Konrad) trifft sich ein Anti-Asse II-Forum, dass Aktionen und ein weiteres Vorgehen plant. Außerdem gibt es einen Rechtshilfe-Fond, der die Klage einer Anwohnerin für ein atomrechtliches Verfahren unterstützt.
Mehr Infos:
Die Widersprüche vom Nicht-Erkennen-Wollen und vom Erkennen-Müssen
Links zu Asse II:
Die Grünen vor Ort
Aktion Atomfreie Asse
aufpASSEn e.V.
wikipedia
Betreiberin GSF






